Ebolafieber und Stillen

Ebolafieber

Denise Both, IBCLC

Die Nachrichten aus Westafrika sind erschreckend. Wie viele Menschen sich tatsächlich infiziert haben, wie viele gestorben sind, ist schwierig einzuschätzen, die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Die WHO hat die Krankheit zu Recht zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt.

Das Ebolavirus und die von ihm ausgelöste Erkrankung, das Ebolafieber, sind in aller Munde und viele Menschen haben Angst. Sicher handelt es sich um eine gefährliche Krankheit mit einer Sterblichkeitskeitsrate zwischen 30 und 90 Prozent, dennoch gibt es in Mitteleuropa derzeit keinen Anlass zur Panik.

Was ist Ebolafieber?

Ebolafieber wird durch ein Virus aus der Gruppe der Filoviridae verursacht. Bisher sind fünf verschiedene Virenstämme des Ebolavirus bekannt. Vier dieser Stämme (Zaire ebolavirus, Sudan ebolavirus, Taï Forest ebolavirus, Bundibugyo ebolavirus) führen zu Infektionen beim Menschen. Der fünfte bekannte Stamm (Reston ebolavirus), überträgt die Krankheit bei Primaten, bislang nicht beim Menschen.

Zum ersten Mal wurde das Virus 1976 in der Demokratischen Republik Kongo im Gebiet des Ebola Flusses identifiziert. Seither kam es immer wieder zu Ausbrüchen in verschiedenen westafrikanischen Ländern.

Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen beginnt die Krankheit plötzlich mit grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Halsschmerzen), auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind möglich. Im weiteren Verlauf kommt es zu zunehmend eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion und inneren wie auch eventuell äußeren Blutungen. Todesursache sind in der Regel innere Blutungen, eine vollständige Heilung ist jedoch keineswegs ausgeschlossen.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Das Virus wird durch direkten Körperkontakt oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Blut, Speichel, Stuhl, Sperma, Schweiß, Tränen, Muttermilch) von erkrankten oder verstorbenen Menschen übertragen. Ebolaviren können auch einige Tage außerhalb des menschlichen Körpers überleben, so dass auch eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände, wie zum Beispiel Spritzen möglich ist. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Atemluft übertragen wird.

Solange es nicht zum direkten Kontakt mit erkrankten oder an der Krankheit verstorbenen Menschen oder deren Körperflüssigkeiten kommt, besteht nur ein sehr geringes Infektionsrisiko.

Welche Therapie gibt es?

Zurzeit (November 2014) wird vor allem eine auf die Symptome ausgerichtete Behandlung durchgeführt, die darauf abzielt den Wasser- und Elektrolythaushalt aufrecht zu erhalten und Schmerzen zu lindern. Zusätzlich kann mit Blutgerinnungshemmern versucht werden, die Blutungsneigung zu verringern. Um zusätzliche Infektionen zu verhindern werden Antibiotika und Antimykotika eingesetzt.

Außerdem gibt es experimentelle Behandlungsversuche mit noch nicht zugelassenen Medikamenten, die monoklonale Antikörper gegen das Ebolavirus enthalten. Bei einigen damit behandelnden Patienten kam es zu deutlichen Besserungen, bei anderen zeigte sich keine positive Wirkung. Weitere Therapiemöglichkeiten erhofft man sich durch Substanzen, die die Vermehrung des Virus im menschlichen Körper behindern oder stoppen oder den Infektionsausbruch verhindern.

Auch die Postexpositionsprophylaxe – Maßnahmen zur Verhinderung des Ausbruchs der Krankheit oder zur Abmilderung des Krankheitsverlaufs nach Kontakt mit dem Erreger – gibt es lediglich experimentelle Ansätze.

Gibt es eine Impfung?

In Tierversuchen und am Menschen (gesunde Freiwillige) werden aktuell Impfstoffe gegen das Ebolafieber getestet. Trotz der Entscheidung, die klinischen Studien mit Ebolaimpfstoffen zu beschleunigen, ist noch nicht absehbar, wie lange es tatsächlich dauern wird, bis ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

Ebola und Stillen

Wie bereits erwähnt wurde das Ebolavirus in Muttermilch nachgewiesen und dies, ähnlich wie bei Sperma, zum Teil auch noch Wochen nach der Genesung. Allerdings ist unklar, ob eine Übertragung über die Muttermilch möglich ist. Da jedoch alleine der enge Körperkontakt von Mutter und Kind ein massives Ansteckungsrisiko birgt, wird erkrankten Müttern unbedingt angeraten, keinen Kontakt mit ihren Kindern zu haben und auch nicht mehr zu stillen. In Situationen in denen es keine Möglichkeit gibt, einen sicheren Ersatz für Muttermilch bereit zu stellen, muss das Risiko der Ansteckung des Kindes gegen die Risiken des Nicht-Stillen individuell abgewogen werden.

Sobald die Mutter wieder gesund ist, sollte vor der Wiederaufnahme des Stillens die Milch getestet werden. Im Idealfall sollte sie erst wieder stillen, sobald zwei negative Tests an zwei verschiedenen Tagen vorliegen. Falls es nicht möglich ist, die Milch auf das Vorhandensein des Virus zu testen, sollte eine Stillpause von weiteren acht Wochen nach Genesung eingehalten werden.

  • RKI: Übersicht Ebolafieber. Stand: 31.10.2014: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Uebersicht.html
  • WHO: Ebola virus disease. Fact sheet N°103. Updated September 2014: http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs103/en/
  • CDC: Ebola (Ebola Virus Disease) http://www.cdc.gov/vhf/ebola/index.html (Nov. 2014)
  • CDC: Recommendations for Breastfeeding/Infant Feeding in the Context of Ebola: http://www.cdc.gov/vhf/ebola/hcp/recommendations-breastfeeding-infant-feeding-ebola.html (Nov. 2014)
  • Emergency Nutrition Network (ENN): Infant feeding in the context of Ebola – Updated guidance. September 19th, 2014: http://files.ennonline.net/attachments/2176/DC-Infant-feeding-and-Ebola-further-clarification-of-guidance_190914.pdf

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