Milchkuh

Es gibt eine dritte Kolumne von Frau Bettina Leinenbach, mit dem Titel “Milchkuh“. Ein lustiger Einstieg, doch beim Lesen wird schnell klar, dass es sich um ein sehr ernst zunehmendes Thema handelt:
Sie beschreibt in Ihrem Artikel ihre Stillanfänge, sie erzählt über ihre Ängste, das Gefühl allein gelassen worden zu sein, vor allem von den „Stillexperten“. Die Situation wendet sich schliesslich dank der Freundin und viel Durchhaltevermögen von Frau Leinenbach zum Guten… 

Beim Lesen dieser Geschichte fragt man sich: was ist schiefgelaufen? Sind wir Fachkräfte wirklich so „böse“ und so inkompetent?
Was darf/ kann die Mutter von einer Fachfrau im Wochenbett und in der Nachsorge erwarten?

Hier als Beispiel ein Auszug aus den Stillrichtlinien des Kantonspitals St. Gallen:

Die Pflegefachfrau

-Zeigt der Mutter, wie sie mit ihrem Kind Nähe an der Brust geniessen kann, auch wenn das Stillen noch nicht gelingt.

-Zeigt der Mutter, wie sie ihrem Baby an die Brust helfen kann.

-Hilft dem Kind die Brust zu fassen, wenn die Mutter es wünscht.

-Versichert der Mutter, dass viele Kinder Schwierigkeiten haben das Stillen zu lernen, dass es die meisten nach einiger Zeit können.

-Hilft der Mutter bei der Entscheidung,  wie häufig und lange Stillversuche etwa dauern sollen, berücksichtigt dabei die Anzahl Stillversuche pro 24 Stunden, Gesundheitszustand von Mutter und Kind sowie die Motivation von Mutter und Kind.

-Unterstützt die Mutter beim Gewinnen von Muttermilch und zeigt der Mutter wie sie beim Pumpen oder Abdrücken der Milch, die Michproduktion aufbauen und erhalten kann. Sie erklärt, dass eine ausreichende Michmenge die beste Basis für das Lernen des Stillens ist.

-Informiert die Mutter über Vor-und Nachteile von alternativen Ernährungsmethoden.

-Sie wägt mit der Mutter die Notwendigkeit zusätzlicher künstlicher Milch oder Maltodextrin ab, wenn das Baby nicht satt wird, übermässig abnimmt oder nicht angemessen zunimmt.

-Versucht die Ursache der Stillschwierigkeiten fest zu stellen. Wenn sie sie beim Baby vermutet, zieht sie Kinderarzt oder Stillberatung bei.

-Falls angebracht, berät die Pflegefachfrau die Mutter zum richtigen Zeitpunkt über Einsatz und Grösse und Anwendung eines Brusthütchens.

-Die Pflegefachfrau zieht eine Stillberaterin bei, wenn keine Fortschritte ersichtlich sind, Mutter oder Kind unter der Situation leiden und beim Einsatz von Brusthütchen. 

Und was kann nun die Mutter für ein besseres Gelingen tun?
Viel Zeit mit dem Kind verbringen, sich Hilfe suchen bei Überforderung im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung, durch den Partner, Grosseltern oder Freunde und viel, viel Geduld haben.

Zum Glück kommt meist der Zeitpunkt, wo sich das Stillen eingespielt hat und beginnt Freude zu machen.

Katrin Salsano

 

 

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