Neue Dimension bei der Vermarktung von Säuglingsmilch

Liebe Leser,

Sicherlich haben viele von Ihnen den Artikel “Nespresso für Säuglinge” im 20 Minuten gelesen, worin der BabyNes von Nestlé als (“Milchautomat für Säuglinge”) vorgestellt wird.

Man spricht von der einfachen Handhabung und lobt die praktische Seite dieses Apparates. Das macht sicherlich viele Eltern empfänglich und auch neugierig den BabyNes auszuprobieren, wo doch in der heutigen Zeit, unser Leben bereits auf Technik und Schnelligkeit ausgerichtet ist. Aber Vorsicht: Jeder weiss doch, wie wichtig das Stillen für die kindliche Entwicklung ist. Wo bleiben alle anderen Vorteile des Stillens? (Praktische,gesundheitliche, ethische und emotionelle Aspekte). Stillen ist Stillen und somit konkurrenzlos, zudem viel billiger, schneller (wenn Mutter und Kind sich aufeinander eingestimmt haben) und einfach besser.

BabyNes ist zudem sehr teuer (250 Franken für das Gerät und ein einziger Schoppen kostet ca. 2 Franken)- das ist viel Geld, zudem man die Grösse des Schoppens nicht bestimmen kann und somit viel Milch weggeworfen werden muss!

Und wie verhalten wir uns unterwegs? Nestlé bietet einen Kapselöffner für zusätzliche 20 Franken an. Da wären wir wieder beim traditionellen Zubereiten eines Schoppens angelangt ! Und man kann sich fragen: Machen wir uns nicht zu abhängig von einer einzigen Firma? Wo bleibt unsere Selbstbestimmung? Die Kapseln mit den verschiedenen Milchsorten werden entsprechend nach dem Alter ausgewählt, für mich bleibt trotzdem der “bittere Geschmack” zurück, dass es sich hier um das Zubereiten eines Schoppens handelt und nicht um eine Espressomaschine.

Wollen wir also wirklich, schon ab Geburt, uns und unsere Kinder dem Fastfood Konsum aussetzen? Wir als Fachkräfte müssen uns auch gründlich hinterfragen, ob BabyNes und die Verkauf Strategie nicht auch gegen  "Verhaltenscodex der Hersteller von Muttermilch-Ersatzpräparaten" (den Nestlé unterzeichnet hat) verstösst!

Und das wichtigste: Wo bleibt die Freude am Stillen oder der Genuss liebevoll einen Schoppen zu zubereiten? anstatt auf einen Knopf zu drücken.

Es macht mich traurig, dass unsere Konsumwelt bereits auf unsere Kleinsten übergesprungen ist und ich frage mich wirklich, wo das noch hinführen soll. Ich habe ausserdem das Gefühl, dass der BabyNes, wenn wir nicht aufpassen, die Frauen immer mehr vom Stillen entfernen könnten, was wirklich sehr schade wäre.

Wir dürfen also unser Ziel, Frauen über die Wichtigkeit des Stillens aufzuklären, nicht aus den Augen verlieren! Grundsätzlich ist es wichtig, dass Mütter, Väter und auch Fachkräfte informiert sind, was auf dem Markt in Puncto Pulvermilch läuft, aber bitte nicht so!

 

Für den Vorstand Katrin Salsano

 

Stellungnahme der Stiftung Stillen Schweiz zu BabyNes von Nestlé

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