Rückkehr an den Arbeitsplatz aus Sicht der erwerbstätigen Mutter

Petra Gantenbein geht bei Ihrer Bachelor-Arbeit der Frage nach, ob die Gesetzesrevision von 2014 die Gesamtstilldauer unselbständig erwerbstätiger Frauen beeinflusst.

Die Untersuchung zeigt, dass die Gesetzesrevision mit Bezug auf ihren expliziten Inhalt keine direkten Auswirkungen auf die Gesamtstilldauer einer erwerbstätigen Frau hat. Die gegenüber 2014 erfasste beachtliche Zunahme in der durchschnittlichen Gesamtstilldauer von rund 2 Monaten kann daher als Ausdruck eines allgemeinen gesellschaftlichen Wandels interpretiert werden, der besonders das Rollenbild der Frau betrifft. Dieser Wandel wird vom Arbeitsgesetz insofern gefördert, als gerade die Revision von 2014 die Gesellschaft verstärkt sensibilisiert und so primär indirekt zur Akzeptanz des Stillens beiträgt. Ein deutlich positiver Zusammenhang kann jedoch zwischen der Länge der Gesamtstilldauer und der subjektiv empfundenen Stillbedingungen am Arbeitsplatz aufgezeigt werden. Ein „stillfreundliches“ Arbeitsklima scheint dabei nicht durch gesetzlich formale Bedingungen allein gewährleistet werden zu können; wesentlich sind hier vielmehr zwischenmenschliche Faktoren.
In Anbetracht dieses deutlichen Befundes muss die gesamtgesellschaftliche Sensibilisierung mit Bezug auf das Stillen am Arbeitsplatz weiterverfolgt werden. Geschehen sollte dies insbesondere durch vertiefte Aufklärung und Anregung des aktuellen Diskurses. Auf gesetzlich formaler Ebene ist besonders die Um- und Durchsetzung des bestehenden Arbeitsgesetzes anzustreben. So zeigt die vorliegende Datenlage, dass rund 5 Jahre nach Inkrafttreten der Revision für 2 von 3 stillenden Frauen die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbedingungen am Arbeitsplatz (noch) nicht gegeben sind.

Zum Schlussbericht

Poster