Wichtige Informationen des Bundes zum «Coronavirus»!

Verschiebung Generalversammlung und Fortbildung BSS vom 21. März 2020

Aufgrund der empfohlenen Corona-Massnahmen und der überschlagenden Ereignissen wird die Generalversammlung und die Fortbildung vom 21. März 2020 auf Samstag, 28. November 2020, verschoben. Online-Anmeldungen sind ab sofort möglich.  

Corona-Virus COVID-19 und Stillen

Das neue Corona-Virus SARS-CoV-2 das eng mit dem SARS-Virus (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) verwandt ist, ist der Auslöser für COVID-19 (Corona Virus Disease 19) und führt zu Infektionen der unteren Atemwege.
Die Symptome ähneln mit Husten, Schnupfen, Halskratzen, Bindehautentzündung und Fieber denen einer Grippe (Influenza) oder Erkältung und verlaufen nach derzeitigem Wissensstand in 80 Prozent der Fälle eher mild. Bei einem Fünftel der Betroffenen kann es zu einem schweren Verlauf mit Atemproblemen und Lungenentzündung kommen. Todesfälle wurden bislang vor allem bei älteren Patienten oder Patienten, die bereits an anderen chronischen Erkrankungen litten, beschrieben.
Eine Ansteckung ist auch bei symptomfrei erscheinenden oder nur leicht erkrankten Personen möglich. Eine Behandlung ist nur symptomatisch möglich.

Übertragungswege

SARS-CoV-2 ist von Mensch zu Mensch übertragbar, am häufigsten über Tröpfcheninfektion. Ob eine fäkal-orale Übertragung möglich ist, ist noch nicht geklärt.
Eine Übertragung im Mutterleib scheint unwahrscheinlich, kann aber zurzeit nicht absolut ausgeschlossen werden.

Stillen und SARS-CoV-2

Bislang konnte das Virus nicht in der Muttermilch nachgewiesen werden. Eine Übertragung über die Muttermilch wurde noch nicht beschrieben. Allerdings wurden in Muttermilchproben Antikörper festgestellt, was Grund zu der Annahme gibt, dass Muttermilch einen schützenden Effekt haben könnte.
Erkrankt eine stillende Mutter an COVID-19, war das Kind dem Virus während der Inkubationszeit bereits ausgesetzt, so dass die Mutter weiter stillen kann, solange sie sich dazu in der Lage fühlt. Dabei sollte sie die folgenden Vorsichtsmaßnahmen einhalten:

  • Händewaschen vor und nach dem Stillen
  • Bei Kontakt mit dem Kind und während dem Stillen eine Atemschutzmaske tragen
  • Reinigung und Desinfektion von kontaminierten Oberflächen
  • Beim Gebrauch einer Brustpumpe, diese nach jedem Gebrauch reinigen

Ist die Mutter zu krank, um ihr Kind zu stillen, kann die Milch abgepumpt und dem Kind gefüttert werden. Dabei ist es wichtig, dass auf eine strikte Einhaltung der Hygienerichtlinien geachtet wird.
Welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, falls eine Frau zum Zeitpunkt der Geburt an COVID-19 erkrankt oder positiv auf SARS-CoV-2 getestet sein, wird kontrovers diskutiert.
Da SARS-CoV-2 über Tröpfcheninfektion übertragen wird, wird von einigen Seiten geraten, Mutter und Kind in diesem Falle räumlich voneinander zu trennen. Die Mutter sollte – falls sie sich dazu in der Lage fühlt – dazu angehalten werden ihre Milch für ihr Kind abzupumpen. Sobald die Mutter nicht mehr als infektiös gilt, kann die Trennung von Mutter und Kind beendet und mit dem Stillen begonnen werden.
Andere Quellen hinterfragen eine routinemäßige Trennung von Mutter und Neugeborenen aufgrund der aktuell fehlenden Daten und den mit einer Trennung von Mutter und Kind einhergehenden Risiken sowohl für die Mutter-Kind-Beziehung (fehlendes Bonding) als auch für das Stillen.
Das Royal College of Midwives empfiehlt augenscheinlich gesunde Neugeborene mit ihren Müttern zusammenzulassen und mit den Eltern die Risiken und Vorteile des Stillens sowie die Risiken und Vorteile des Zusammenbleibens bzw. der Trennung von Mutter und Kind zu besprechen. Die Academy of Breastfeeding Medicine sieht eine Trennung von Mutter und Kind vor allem dann für erforderlich, wenn der Gesundheitszustand der Mutter und die sich daraus ergebenden Therapie diese erfordern. In jedem Fall wird empfohlen, dass die Mutter – solange sie dazu in der Lage ist – bei Stillwunsch ihre Milch gewinnt und diese anschließend von einer gesunden Person dem Kind gegeben wird.
Die letztendliche Entscheidung treffen die Eltern.

Cave: Bei telefonischen Beratungen von Müttern mit Fieber an die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 denken und gezielt nach Symptomen fragen!

Gute Hygiene reduziert das Infektionsrisiko! 

  •  Häufiges Händewaschen (vor dem Essen, nach Husten, Niesen, Schnäuzen und Toilettengang und immer, wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind):
  • Hände unter reichlich fließendem Wasser gründlich anfeuchten 
  •  Ausreichend Seife (idealerweise Flüssigseife) auf die nassen Hände auftragen
  • Alle Flächen und Zwischenräume der Hände reibend waschen (alle Finger einschließlich Daumen, Finger-Zwischenräume, Handrücken und unter den Nägeln)
  • Gründlich mit fließendem Wasser abspülen 
  • Hände mit einem sauberen Handtuch oder Einwegtuch trocknen. 
  • Besteht keine Möglichkeit zum Händewaschen ist die Ve0rwendung eines alkoholischen Desinfektionsmittel anzuraten. 
  • Husten oder Niesen in den gebeugten Ellenbogen oder ein (Papier)Taschentuch 
  • Benutzte Taschentücher in einen geschlossenen Mülleimer ents0orgen  
  • Einhalten eines Mindestabstandes (ca. 1 bis 2 Meter) von krankheitsverdächtigen Personen.  

Denise Both, IBCLC
Dr. med. Franziska Krähenmann, IBCLC
aktualisiert am 11.03.2020

• Rasmussen SA, Smulian JC, Lednicky JA, Wen TS, Jamieson DJ: Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) and Pregnancy: What obstetricians need to know, American Journal of Obstetrics and Gynecology (2020), doi: https://doi.org/10.1016/j.ajog.2020.02.017.
https://www.unicef.org/stories/novel-coronavirus-outbreak-what-parents-should-know abgerufen am 01.03.2020
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html abgerufen am 01.03.2020
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV_node.html abgerufen am 01.03.2020
https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov.html abgerufen am 01.03.2020
• The Royal College of Midwives: Coronavirus (COVID-19) Infection in Pregnancy. Information for healthcare professionals Version 1: Published Monday 9 March, 2020 abgerufen am 11.03.2020
https://www.rcm.org.uk/media/3780/coronavirus-covid-19-virus-infection-in-pregnancy-2020-03-09.pdf abgerufen am 11.03.2020
• UNFPA Statement on Novel Coronavirus (COVID-19) and Pregnancy https://www.unfpa.org/press/unfpa-statement-novel-coronavirus-covid-19-and-pregnancy abgerufen am 11.03.2020
• ABM Statement on Coronavirus 2019 (COVID-19) https://www.bfmed.org/index.php?option=com_content&view=article&id=138:abm-statement-coronavirus&catid=20:site-content abgerufen am 11.03.2020



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